Parenzana Teil 2: Grožnjan – Triest

220.05.2026, Tag 7, 70,9 km, Gesamt: 399 km

Der letzte Tag meiner Radreise beginnt… ging schnell vorbei, war ja aber auch nur eine Woche.

Ich fahre entspannt aus Grožnjan raus und genieße die Morgensonne und die Ruhe.

Es geht jetzt erstmal nur noch bergab und ich habe wieder sehr viel Spaß auf den Abfahrten.

Ich streife Buje, ohne wirklich durchzufahren und koste nochmal jeden Meter Gravel aus.

Buje

Es sind gut 20 km bis zur Grenze. Kurz davor habe ich einen wunderbaren Blick auf die Salzfelder vor Portorož.

Wobei sich das alles schon in Slowenien befindet, ich aber noch in Kroatien bin. Wenige Meter später kommt die offizielle Grenze und ich verlasse Kroatien.

Jetzt ist die Parenzana auch wirklich asphaltiert, was das Fahren noch einfacher macht – aber auch dazu führt, dass sich Autos und Mopeds auf den Weg verirren.

Auch in Slowenien ist die Strecke schön, allerdings sehr viel urbaner, als in Kroatien.

Zunächst geht es durch Portorož, dann durch Izola und am Ende noch durch Koper.

Schon im Yachthafen von Portorož mache ich Mittagspause und verspeise den letzten Riegel, den ich mithabe.

Direkt nach der Stadt kommt der berühmteste Eisenbahntunnel der Parenzana, der Tunnel Valeta. Er ist der längste und auch der am Besten ausgeleuchtete.

Tunnel Valeta

Der Weg nach Izola führt an einer herrlichen Meerespromenade entlang – mit breiten Fahrradwegen versteht sich.

Überhaupt sind die Fahrradwege hier zahlreich vorhanden und auch als ich durch Koper fahre – eine normale, laute, volle Stadt – muss ich keinen Meter ohne Fahrradweg auskommen. Immer von den Autos getrennt, immer markiert und ausgeschildert. 🙂

Dann folgen wirklich die letzten Kilometer durch grüne Landschaften, bevor ich Triest erreiche. Die Grenze zwischen Slowenien und Italien habe ich nicht wahrgenommen.

In Triest begrüßt mich eine super steile Straße, die mich an meine härtesten Berganstiege erinnert. So kurz vorm Ziel gebe ich mich natürlich nicht geschlagen und strampel mich trotz Steigungen um die 15% komplett nach oben.

Zur Belohnung darf ich noch gute 5 km durch die Straßen von Triest fahren, wobei mich meine App ganz gut durch die Nebenstraßen lotst. Triest ist sehr hügelig und wenn man nicht steil hochfährt, geht es steil nach unten.

Es ist 12:00 Uhr, als ich an der Unterkunft ankomme, die aber erst ab 16:00 Uhr zur Verfügung steht. Also fahre ich direkt weiter.

Ich steuere das Castello di San Giusto an, welches sich über der Stadt erhebt und möchte mir von dort einen Überblick über Triest verschaffen.

Blick auf Triest

Danach fahre ich grob in Richtung Hauptbahnhof und lande an einem kleinen Kanal, an welchem sich zahlreiche Restaurants und Bistros tummeln.

Zeit für richtiges Mittagessen und eine Pizza. 🙂

Diese ist leider nicht so gut wie die Aussicht, aber ich werde satt und steuere nochmals meine Unterkunft an. Was bedeutet, dass ich wieder einen Berg nach oben fahren muss.

Es ist 15:00 Uhr und ich komme jetzt rein und kann erstmal duschen, bevor ich mich nochmal zu Fuß auf den Weg in die Stadt mache.

Zur Feier des erfolgreichen Endes meiner Radtour und weil ich in Italien bin, gönne ich mir das erste Eis meines Urlaubes (was hier übrigens weniger kostet als in Kroatien) und erfreue mich meines Lebens.

Morgen geht es zurück nach Deutschland und damit endet eine wunderschöne, erlebnisreiche Urlaubswoche.

Fazit

Das war meine dritte Radreise – meine erste ohne Zelt und mit einer festen Unterkunft an jedem Tag. Und das macht schon einen riesigen Unterschied! Zunächst im Gepäck, welches sehr übersichtlich ausfallen kann, aber auch mental, da ich keinen geeigneten Schlafplatz suchen muss, kein Zelt aufbauen muss und immer gut schlafen kann. Außerdem ist das Stromproblem gelöst und jeden Morgen frisch geduscht zu starten hat auch seine Vorteile.

Ich habe die Strecke mit Bikerouter geplant und als Profil „Gravel, schnell“ angegeben und bin sehr zufrieden damit. Bis auf das eine Stück direkt nach Buzet war alles gut zu fahren und es war eine schöne Mischung aus Gravel- und Asphaltstraßen.

Die Parenzana ist natürlich toll. Durch die Wegführung immer oben am Hang entlang gibt es meistens tolle Fernsichten ins Tal und auf die gegenüberliegenden Hügel. Oder die Strecke führt durch Olivenhaine, Weinfelder oder an kleinen Ortschaften vorbei, die einen Besuch lohnen.

Mein Fahrrad hat fantastisch mitgespielt. Ich hatte nicht einen Platten, keinen Defekt, überhaupt kein Grund zur Sorge. Selbst die härtesten Abfahrten hat es heil überstanden und sich jetzt eine gründliche Reinigung verdient.

Ich kann Istrien als Urlaubsziel wärmstens empfehlen. Gerade jetzt im Mai waren die Temperaturen sehr angenehm und wenn mal Olivenöl und Wein und Trüffel mag, kann man sich locker mit den Verkostungen eine Woche über Wasser halten 😉

Die Menschen sind freundlich, die Autofahrer rücksichtsvoll und die Preise liegen leicht unter denen in Deutschland, ich würde sagen, ca. 10% drunter? Also viel ist es nicht…

Mir hat die Woche wirklich sehr viel Spaß gemacht, die Tour hat meinem Fähigkeitslevel entsprochen und ich werde das Radfahren sicherlich als Alternative zum Wandern im Auge behalten.

Triest

Ein Gedanke zu “Parenzana Teil 2: Grožnjan – Triest

  1. Anonymous schreibt:
    Avatar von Unbekannt

    also allein für diese wundervollen Bilder hat sich diese Tour doch bereits gelohnt 😍👍🏼😚🙋🏻‍♂️

    komm wieder gut zuhause an,

    Grüße, 👋🏼 Kai

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