Rovinj – Poreč

20.05.2026, Tag 5, 64,9 km, Gesamt: 266,5 km

Um es gleich vorwegzunehmen – heute war ein wunderbarer, toller Tag 😀

Es stand nur eine sehr kurze Etappe von Rovinj nach Poreč an, weil ich unbedingt in Poreč Halt machen will. Warum? Das wird morgen klar, wenn ich mich wieder auf den Weg mache.

Jedenfalls startete der Tag wie gewöhnlich mit einem leckeren Frühstück – und wie gewöhnlich habe ich mir zwei Croissants gegönnt – zum letzten Mal vor der traumhaften Kulisse der Rovinjer Altstadt.

Altstadt von Rovinj

Meine Leckerei musste ich nachdrücklich gegen die Möwen verteidigen, die regelrechte Angriffe von hinten flogen und direkt in das Croissant gepickt haben. Aber wenns um Essen geht, bin ich auch nicht zimperlich und ich habe es erfolgreich verteidigt (war aber sehr froh, dass ich den Helm aufhatte 😊).

Dann schwang ich mich auf mein Fahrrad und konnte nach dem Ruhetag wieder richtig gut sitzen.

Ein Stück durch die Stadt und dann führte die Strecke auf einen Schotterweg, der aber sehr breit, sehr eben und sehr gut zu befahren war. Ich brauchte nicht lange um festzustellen, dass es sich um eine ehemalige Bahnstrecke handelte – die Schienen blitzten manchmal noch durch die Steine durch.

Es fuhr sich richtig gut und ich war froh, dass mein Garmin mich hier lang geführt hat.

Radweg Rovinj – Kanfanar

Nach gut zehn Kilometern musste ich die Bahntrasse verlassen und es ging steil bergab. Allerdings wurde die Waage zwischen Anstrengung und Spaß gerade noch im Gleichgewicht gehalten und ich kam heil und gut gelaunt unten auf der Straße an.

Nur um ein paar hundert Meter weiter mit dem nächsten Anstieg zu beginnen. Dieses Mal aber direkt auf der asphaltierten Straße und mit sehr überschaubaren Steigungen von 3-6%, so dass ich auch hier Spaß hatte.

Zur Belohnung für den erfolgreichen Anstieg wartete oben ein Aussichtspunkt auf einen Olivenbaum-Hain. In der gesamten Gegend gab es im Grunde zwei Dinge, die angebaut wurden – Oliven und Wein. Ich fuhr den ganzen Tag an entsprechenden Feldern vorbei und hätte Literweise Öl und Wein kaufen können.

Da ich aber keinerlei Transportkapazitäten habe, waren Souvenirs kein Thema.

Olivenbäume, in der typischen roten Erde

Um von Rovinj nach Poreč zu kommen, musste ich einmal um den Limski-Kanal herumfahren – und hatte ab und zu einen schönen Blick auf das strahlendblaue Wasser. Außerdem gab es um den Kanal herum sehr viele gut ausgebaute und ausgeschilderte Radwege, die den Weg wirklich zu einem positiven Erlebnis machten.

Limski-Kanal

Überhaupt war die heutige Strecke das perfekte Beispiel für schöne Gravelbike-Routen. So etwas stellte ich mir darunter vor – Schotterwege, gut zu befahrene Waldwege und immer wieder auch asphaltierte Straßen…Irgendetwas muss ich bei der Routenplanung vorgestern falsch gemacht haben, dass mich die App so dermaßen in die Berge geschickt hat. Werde ich mir zu Hause nochmal genauer ansehen.

Jetzt hieß es aber erstmal die Strecke und die Gegend genießen. Die Aussichten auf das gegenüberliegende Ufer des Limski-Kanals, die Olivenhaine, Weinreben und die umliegenden Ortschaften waren wunderschön und ich genoss jede Minute der Fahrt.

Die dann relativ schnell gegen halb elf schon vorbei war, da ich Poreč erreicht hatte.

Nun wusste ich ja vorher, dass ich mit 40 im und wenigen Höhenmetern nicht den ganzen Tag beschäftigt sein werde, und so hatte ich noch eine Runde ab Poreč geplant, die ich nach einer Pause an der Strandpromenade dann auch gefahren bin.

Sie führte mich durch die kleinen Ortschaften um Poreč herum und war genauso schön, wie die erste Strecke.

Nur auf einem klitzekleinen Teilstück gab es – rückblickend betrachtet – dann doch etwas unangenehmes.

Der überwucherte Feldweg sah sehr hübsch aus und ich konnte auch problemlos durchfahren – aber meine Beine haben danach so dermaßen gejuckt, dass ich fast verrückt geworden bin. Irgendwas Picksiges muss da gestanden haben, was mich noch den ganzen Nachmittag Nerven gekostet hat.

Da die Poreč-Runde auch nur 20 km lang war (eigentlich hatte ich 40 planen wollen, aber irgendwie ist sie immer kürzer geworden…), war ich auch mit dieser Runde gegen 13:00 Uhr fertig.

Leider konnte ich heute erst 17:00 Uhr in mein Appartement einchecken, trotz Nachfrage ließ sich da nichts machen…(und ich musste unbedingt meine juckenden Beine waschen *aaahhhh*)

Also fuhr ich am Wasser zu einem kleinen Naturpark und lauschte dort den Wellen und danach stellte ich mein Rad ab und erkundete die Altstadt zu Fuß.

Auch Poreč verfügt über einige nette, kleine Gässchen, auch wenn es nicht vergleichbar mit der beeindruckenden Altstadt von Rovinj ist.

Poreč

Die letzte Stunde verbrachte ich dann wartend und essend vor dem Appartement, ich hatte mir Salat und Chips gekauft und verspeiste die, bis ich endlich mein Zimmer beziehen konnte.

Immerhin hatte das eine Waschmaschine, so dass ich nicht selbst schrubben musste und morgen wieder mit frisch duftenden Klamotten weiterfahren kann.

So ging ein fast perfekter Tag zu Ende und ich freute mich auf die letzten beiden Tage meiner Tour, die nochmal eine kleine Besonderheit bereithielten, auf die ich mich sehr freute.

Ein Gedanke zu “Rovinj – Poreč

  1. Anonymous schreibt:
    Avatar von Unbekannt

    Es hat viel Freude gemacht, deine Tagesberichte zu lesen. Manche unschönen und anstrengende Wege hätten gern ausbleiben können, aber es ist halt so gekommen. Du hast dich tapfer durchgekämpft. Glückwunsch und weiterhin eine gute Reise.

    Mama und Papa

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