Salzsteigweg: Treffen – irgendwo im Aufstieg

11.08.2026, Tag 2, 22,6 km Gesamt: 52,8 km

Ich habe gut geschlafen, anfangs war es noch fast zu warm, Nachts ging es aber auf angenehme Temperaturen runter.

Ich stehe sechs Uhr auf, packe alles zusammen und bedanke mich bei meinen Gastgebern.

Dann geht es los – und zwar sofort steil nach oben.

Da ich ja gestern den Anstieg schon begonnen hatte, bin ich jetzt sofort drin und habe keinerlei Aufwärmphase.

Also heißt es Zähne zusammenbeißen und tapfer nach oben steigen. Immerhin helfen mir die Wanderstöcke, die ich dieses Mal wieder mitgenommen habe. Letztes Jahr habe ich sie bei den steilen Auf- und Abstiegen vermisst.

Ganze zweieinhalb Stunden geht es nach oben, meistens durch Wald auf schmalen, aber gut zu gehenden Pfaden, nur selten auf Schotterwegen.

Hin und wieder passiere ich einen Hof – wer hier oben wohnt muss wirklich naturverbunden sein und die Einsamkeit lieben…

Die Aussicht zurück in Richtung Treffen verdeutlicht meinen Fortschritt, Höhe habe ich schnell gewonnen – bin aber noch lange nicht ganz oben.

Blick zurück nach Treffen

Nach zwei Stunden passiere ich die Steinwenderhütte, wo fleißig Einkäufe verräumt werden, um die hungrigen Wandersleute versorgen zu können und nochmal eine halbe Stunde später erreiche ich die Kreuzung „Steinerner Tisch“

An diesem lasse ich mich erschöpft nieder und feiere, dass ich den ersten Aufstieg gemeistert habe.

Nach einer ausgiebigen Pause heißt es – alles wieder runter und von vorne.

Denn das war nur der erste von zwei Anstiegen heute und der zweite ist noch länger…

Aber erstmal auf den Abstieg freuen und konzentrieren.

Kurz nach dem Gipfel kommt die Hinterbuchholzener Hütte, die von sehr lieben Pferden gehütet wird.

Von der Hütte habe ich einen wundervollen Ausblick auf meine restliche Strecke.

Gegenüber liegt unten Arriach. Dahinter windet sich der Weg wieder bergan durch Laastadt und ein Waldgebiet und bis nach oben auf den Wöllaner Nock.

Die Etappe würde noch bis zur letzten Hütte vor dem Gipfel gehen, aber ich habe nicht vor, die komplett zu laufen, sondern will irgendwo in dem Waldstück am Hang übernachten.

Hinter der Hütte beginnt jetzt eine breite Schotterstraße, die es immer bergab entlang geht. Meine Freude über das leichte vorankommen trübt sich etwas, als die Straße schon nach relativ kurzer Zeit asphaltiert ist. Und so geht es jetzt komplett bis nach unten zum Arriabach auf Asphalt entlang. Meine Füße sind gar nicht begeistert.

Nach einer kleinen Ewigkeit komme ich unten an und es geht weiter auf Asphalt wieder hoch nach Arriach., welches ich 13:00 Uhr erreiche.

Arriach

Im Ort mache ich am Supermarkt eine ausgedehnte Pause und gönne mir gleich zwei Flaschen isotonische Getränke, um das Salz und die anderen Elektrolyte aufzufüllen, die ich bei der Hitze ausgeschwitzt habe.

Heute Vormittag war es glücklicherweise bewölkt und nicht zu warm, das ändert sich jetzt zur Mittagszeit aber und es wird schnell unangenehm heiß.

Die Wegbescheibung verheißt auch nichts Gutes – es scheint bis hoch zur Walderhütte nur auf Straßen entlang zu gehen, ein Großteil davon asphaltiert. :-/

Aber hilft ja nichts. Ich bin frisch gestärkt und habe frisches Wasser aufgefüllt, also auf, auf.

Neu motiviert schraube ich mich die Straße hinauf durch Arriach und Laastadt und habe bald die letzten Häuser hinter bzw. unter mir gelassen.

Die Sonne knallt jetzt richtig und ich freue mich auf den Wald und ein ruhiges Plätzchen für mein Zelt.

Als die ersten Bäume beginnen muss ich jedoch feststellen, dass das kein klassischer Wald ist, sondern die Bäume eng am Berghang kleben und sich die Straße nur schmal dazwischen hindurchschlängelt. Keine Möglichkeit, hier irgendwo ein Zelt aufzustellen.

Ich klettere weiter – etwas anderes bleibt mir ja nicht übrig – und hoffe inständig, dass ich vor der Baumgrenze noch irgendwo eine ebene Fläche finde.

In einer engen Kurve gibt es eine kleine Ebene am Rand und ich bin schon bereit, dort mein Zelt aufzustellen, als ich den Weg dahinter entdecke, der in den Wald führt. Ich kann mein Glück kaum fassen, aber ich habe die wahrscheinlich einzige Stelle auf dem gesamten Aufstieg gefunden, wo ich mein Zelt aufstellen kann. 😀

Glücklich baue ich es auf und kann in dem kleinen Rinnsal, welches den Berg hinunterfließt, sogar meine Klamotten waschen.

Was will ich mehr? Nichts! Insofern bin ich glücklich und genieße die zweite Nacht auf dem Trail.

1.640 Höhenmeter bin ich heute hochgewandert. Und ähnliches erwartet mich morgen gleich nochmal.

Ein Gedanke zu “Salzsteigweg: Treffen – irgendwo im Aufstieg

  1. Anonymous schreibt:
    Avatar von Unbekannt

    Das war ein sehr anstrengender Aufstieg für dich. Alle Achtung für dein Durchhaltevermögen.

    Hoffentlich ist der nächste Tag wegemässig etwas angenehmer. Wir freuen uns schon auf den nächsten

    Bericht. Sei ganz lieb gegrüßt von den Pankowern.

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