10.08.2026, Tag 1, 30,2 km Gesamt: 30,2 km
Schon wieder Salzsteigweg? Den bin ich doch letztes Jahr schon gewandert?! Das stimmt, allerdings nicht komplett. Die letzten sechs Etappen durch die Nockberge über Villach bis nach Arnoldstein hatte ich weggelassen, da das Wetter schlecht und die Zeit knapp wurden.
Ich hatte mir jedoch fest versprochen, dass ich wiederkommen und den Salzsteigweg zu Ende laufen werde. Und daher stehe ich nun – auf den Tag genau ein Jahr nach meinem ersten Start – wieder auf dem Österreichischen Weitwandwanderweg Nr. 9. Und zwar am südlichen Ende in Arnoldstein.
Ich hatte die Wanderung in Murnau abgebrochen, werde dieses Mal allerdings in die andere Richtung laufen, von Arnoldstein nach Murnau. Der Grund dafür ist das Streckenprofil. Mit dieser Variante starte ich mit der flachesten, leichtesten Etappe und habe ich längste und schwerste Etappe dann als letztes zu bewältigen.
Da ich mein Auto in Murnau stehen lasse, fahre ich morgens mit Bus und Bahn nach Arnoldstein und kann halb zehn mit der Wanderung beginnen.

Es ist sonnig und soll heute sehr warm werden. Ich habe beste Laune, da ich mich sehr auf diesen letzten Abschnitt gefreut habe. Ich mag es, Dinge zu Ende zu bringen und die unvollendete Wanderung hat mich ein Jahr lang beschäftigt.
Arnoldstein liegt im Tal zwischen hohen Bergen und die Aussicht ist fantastisch – hier wohnen hoffentlich nur glückliche, zufriedene Menschen – bei der Aussicht ist fast nichts anderes vorstellbar.

Ich mache mich auf den Weg und laufe dicht an den Bahngleisen entlang im Grunde den ganzen Weg nach Villach zurück, den ich eben mit dem Zug gefahren bin. Ich finde das lustig und bin sowieso immer fasziniert von den verschiedenen Reisegeschwindigkeiten, die durch die unterschiedlichen Fortbewegungsmittel entstehen.

Ich habe beste Laune und auch nicht vor, mir diese nehmen zu lassen. Letztes Jahr war ich irgendwie nicht so gut drauf während der Wanderung. Ich habe nur gejammert und geflucht ob der steilen Anstiege, des heißen Wetters und des schweren Lebens im Allgemeinen.
Das wird dieses Mal anders – versprochen! Ich gehe bewusst mit guter Laune auf die Wanderung und da ich relativ genau weiß, dass mich sieben sehr heiße und sehr anstrengende Tage erwarten, gibt es keinen Grund, die gute Laune zu verlieren.
Frohgemut stapfe ich also an den Gleisen entlang und genieße das Bergpanorama.
Nach ca. sieben Kilometern quere ich die Schienen und es geht an der Gail entlang durch kleine Ortschaften oder einfach nur am bewaldeten Ufer entlang.

Dort wo der Weg mich über die Gail führen soll, ist die Fußgängerbrücke gesperrt – kein Rüberkommen. Also wandere ich diesseits des Flusses weiter in Richtung Villach.
Die nächste große Auto- und Fußgängerbrücke bringt mich dann über die Gail und es geht zum ersten Mal heute bergauf in Richtung Oberfederaun.
Der Anstieg ist aber übersichtlich und der Weg bleibt dann auf der Höhe und führt durch einen schattigen, ruhigen Wald.
Dann geht es an Hügelgräbern aus der Zeit zwischen 800 und 550 v.Chr. Vorbei und über ein paar kleine Vororte erreiche ich frohgemut Villach-Warmbad.

Der Weg ist super gut ausgeschildert, selbst hier in der Stadt, was relativ selten ist und so finde ich gut durch die Straßen und stehe bald an der Drau.

Hier führt der Salzsteigweg ca. 3,5 km direkt am Uder entlang, bevor es auf zum ersten – und einzigen – größeren Anstieg für heute geht.
Hinauf nach Eichholz – eine Handvoll Häuser mit bester Aussicht auf die umliegenden Berge und den Wörthersee.
Damit ist das Anstrengendste für heute auch schon geschafft und es geht steil hinab in Richtung Treffen.

Kurz vor dem Ort fehlt schon wieder eine Brücke und ich muss einen kleinen Umweg gehen, um den Ort zu erreichen.
Es hat sich seit einigen Minuten zugezogen und graue Wolken hängen über dem Tal. Es fängt auch an zu regnen, allerdings nur leicht und relativ kurz, mit meinem Schirm bin ich gut behütet und wandere unbeirrt nach Treffen hinein.
Am Stadtbrunnen kann ich Wasser auffüllen und dann stapfe ich direkt hinterm Ort nur noch den steilen Wanderweg so weit hinauf, bis ich ein perfektes Plätzchen für mein Zeit gefunden habe.
Bei der Anhöhe mit einer Ansammlung junger Bäume, Bänken und einer kleinen Hütte bin ich mir nicht sicher, ob das öffentlich oder privat ist. Schilder sind keine angebracht, aber die Gartenzwerge scheinen einen gewissen Gebietsanspruch geltend zu machen…

Ich riskiere es trotzdem und baue mein Zelt auf. Dank der zwei Umwege aufgrund fehlender Brücken bin ich am ersten Tag mit 30 km schon durchaus viel gewandert und freue mich auf meine Luftmatratze.












Liebe Katrin,
dein erster Wandertag war sehr schön, so wie du es berichtest. Ganz herrliche Fotos hast du gemacht. Habe
auch weiterhin so schöne Aussichten, Wege und Stationen zum Verweilen. Herzliche Grüße aus Pankow
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