16.05.2026, Tag 1, 83,2 km Gesamt: 83,2 km
Ich bin wieder unterwegs 🙂 dieses Mal mit dem Fahrrad und ich freue mich außerordentlich auf diese Tour, da sie etwas Besonderes für mich sein wird. Aber dazu später mehr.
Meine Reise beginnt in Ljubljana – wobei das nicht korrekt ist, da meine Reise in Berlin beginnt und ich erstmal mit dem Zug nach Ljubljana fahre, aber so richtig beginnt meine Reise erst heute – in Ljubljana.

Als ich morgens aus dem Hostelfenster schaue erwartet mich die erste positive Überraschung- es regnet nicht. Ich hatte fest mit strömendem Regen gerechnet, da genau das seit Tagen bis gestern Abend vorhergesagt wurde. Als ich jetzt in die Vorhersage schaue ist von Regen keine Spur mehr – erst nachmittags am Ankunftsort wird es evt. nass werden.
Umso besser. Frisch geduscht mache ich mich pünktlich acht Uhr auf den Weg in den Imbiss, zu welchem das Hostel gehört und freue mich auf das Frühstück.
Normalerweise hätte ich nicht vor Ort gefrühstückt, weil ich dadurch relativ spät loskomme, aber es war im Preis enthalten…und wenns schon bezahlt ist…;-)
Kurze Zeit später lachen mich zwei große Croissants an und was soll ich sagen. Das Schokocroissant ist das beste seiner Art, das ich jemals gegessen habe! Wirklich!

Ein warmer, hauchdünn-knuspriger Traum mit Schokolade. Zugegeben esse ich nicht oft Croissants, aber dieses hier war wirklich perfekt. Ich erfreue mich auch des Aprikosen-Croissants und steige dann gut gelaunt auf mein Fahrrad. So gut gestärkt konnte es jetzt auf jeden Fall losgehen.

Halb neun rolle ich also die ersten Meter des heutigen Tages durch das noch ruhige Ljubljana. Es ist Samstag, so dass noch nicht viel los ist und ich genieße die tollen Fahrradwege. Erstmal gibt es überall welche und dann auch noch schön asphaltiert und überall abgesenkte Bordsteine an den Kreuzungen – so macht es richtig Spaß durch die Stadt zu fahren.
Es dauert aber nicht lange und ich lasse die Stadt hinter mir und fahre über Schotterwege und auf kleinen Nebenstraßen weiter.
Heute stehen gut 80km auf dem Plan, also nichts Wildes. Zwei Anstiege kündigt mein Fahrradconputer an, insgesamt knapp 1.000 Höhenmeter heute. Ich bin super entspannt, fühle mich auf dem Rad wohl und will es heute ruhig angehen lassen. Es gibt keinen Grund für Eile oder Stress.
Mein Rad rollt fast von alleine. Ich hatte kurz vor der Reise den gesamten Antrieb erneuert und das wirkt sich jetzt spürbar aus – ich trete gefühlt mit 50/60 Watt (was seeeeehr wenig ist) und komme trotzdem gut voran. Vor dem Austausch war der Widerstand deutlich höher – was an dem verbogenen Schaltwerk gelegen haben könnte. Jedenfalls bin ich heilfroh, dass ich die Reparatur vorgenommen habe und jetzt so super leicht und leise treten kann.
Die Strecke führt über Wiesen, Felder und durch kleinere Ortschaften hindurch und der Anblick wird von grünen Bergen eingerahmt, die das Urlaubsfeeling komplettieren.

Nach dem durch das schöne Vrhnika geradelt bin, kommt auch schon der erste Anstieg. Knapp 3km mit durchschnittlich 5% Steigung. Also machbar. Natürlich verteilt sich die Steigung nicht gleichmäßig und es geht gleich im Ort mit bis zu zehn Prozent los, aber da es dort noch asphaltiert ist, kann ich mich langsam aber stetig hocharbeiten.
Als weiter oben die Schotterwege kommen und dann wieder so ein steiles Stück ansteht, muss ich absteigen. Der lose Untergrund macht es mir unmöglich, da hochzufahren.

Schwitzend aber glücklich ob der geleisteten Arbeit komme ich auf dem Gipfel an und freue mich auf die Abfahrt – die lässt aber noch etwas auf sich warten, zunächst geht es nach einem kurzen Bergab-Teil weiter hinauf.
Irgendwann kommt dann aber doch die Abfahrt auf einer Straße und ich genieße die Geschwindigkeit, auch wenn es jetzt angefangen hat zu nieseln und ich meine Windjacke übergezogen habe.
Die Strecke geht jetzt immer an der A1 entlang – mal links der Autobahn, mal rechts davon. Ich kreuze sie entweder unten durch Tunnel oder oben über Brücken.

Nachdem ich ein paar kleinere Wegfindungsschwierigkeiten überwunden habe, mache ich erstmal kurz Pause und genehmige mir Bananen als Energiespender.
Das war genau der richtige Zeitpunkt, direkt danach geht es nämlich einen steilen, schmalen Wanderweg hinauf.

Ich schiebe, trage und wuchte mein Rad den steinigen, wurzeligen Weg hoch und habe super gute Laune. 🙂
Kein Anflug von Ärger oder Genervtsein, kein Stress – nur gute Laune und die Erkenntnis, dass ich ausreichend Zeit habe und deswegen diese kurze „Hike&Bike“-Passage überhaupt kein Problem darstellt.
Und zur Belohnung wartet danach wieder feinste Asphaltstraße und ich rolle entspannt weiter.
Es regnet jetzt leicht, aber nicht so stark, dass ich mein Regencape rausholen müsste, was ich extra für heute mitgenommen habe. Die Regenwolken scheinen vor mir zu flüchten – das Radar zeigt sie immer vor mir, sobald ich mich dorthin bewege, sind sie aber schon weitergezogen.
Darüber beschwere ich mich natürlich nicht, sondern genieße weiter die Fahrt, die mich durch Planina, Postojna und Prestranek führt.
Dort mache ich in einer Bushaltestelle nochmal Pause und stärke mich mit einem Cliff Bar, und nach insgesamt gut 40 Kilometern steht der zweite Anstieg an.

Auch der zwingt mich zum Schieben aber das kann ich verkraften und schweißgebadet komme ich oben an.
Dieses Mal hatte ich schon vorher gesehen, dass es erstmal keine Abfahrt geben wird, sondern auf der Höhe weitergeht. die Hälfte der Gesamtstrecke ist geschafft und ich liege super in der Zeit und habe weiter gute Laune.
Die Zeit vergeht schneller, als ich erwartet hatte und irgendwann bleiben nur noch zehn Kilometer – und die Abfahrt.
Es geht eine zweispurige Straße steil hinab und zum Glück sind nur wenige Autos unterwegs. Und die, die hinter mir fahren sind sehr rücksichtsvoll.
Ich rase die Straße runter, lege mich in die Kurven und habe den Spaß meines Lebens! Das ist soooo schön…plötzlich fange ich an zu weinen, weil ich so glücklich bin.
Dass Abfahrten so einen Spaß machen, wusste ich nicht, werde ich mir aber auf jeden Fall merken.
Im Tal angekommen rolle ich auch schon in Ilirska Bistrica ein – meinem heutigen Zielort.
Ich hatte ja oben erwähnt, dass das ein ganz besonderer Urlaub für mich wird. Der Grund für meine unendliche Entspanntheit und gute Laune ist, dass ich seit mehr als zehn Jahren das erste Mal ohne Zelt unterwegs bin und jede Nacht in einer festen Unterkunft einkehren werde.
Ich habe mir in den letzten zwei, drei Jahren immer wieder vorgenommen, etwas zu ändern, es aber bisher nie umgesetzt. Die Wanderung auf dem Salzsteigweg letztes Jahr war dann aber doch der Auslöser. Die war so anstrengend und kräftezehrend für mich, dass ich etwas ändern wollte. Ich wollte mal echten Erholungsurlaub machen und nicht immer an und über meine körperlichen Grenzen gehen.
Deswegen dieses Mal Unterkünfte und kurze Tagesetappen. Die heutigen gut achtzig Kilometer sind schon das Maximum, im Schnitt radel ich nur 65 km pro Tag. Ich will Spaß haben und mich erholen. Und bis jetzt geht der Plan sehr gut auf.
Es ist erst 15:00 Uhr, als ich meine Unterkunft erreiche – an der ich erstmal vorbeifahre, weil es ein Gartencenter ist.

Das Zimmer ist mit zwei Betten ausgestattet und ich darf ganz offiziell mein Fahrrad mit rein nehmen. 🙂
Außerdem gibt es im Bad eine Waschmaschine mit Trockner! Das bedeutet, ich muss nicht selbst waschen. Yippieh
Zunächst dusche ich ausgiebig, dann wird die Waschmaschine angeworfen und ich spaziere in den Ort rein, um mir Frühstück für morgen zu kaufen und Pizza essen zu gehen.
Die Pizza ist lecker aber eigentlich viel zu groß. Ich esse trotzdem auf, wäre ja schade drum. 😉

Dafür verzichte ich dann aber auf die Gummitierchen, die ich mir als Nachtisch gekauft hatte – wohl auch ein Novum, dass ich etwas Süßes nicht sofort esse…
Ich hatte heute einen wunderschönen Urlaubstag und wenn die nächsten Tage ähnlich werden, geht mein Urlaubs-Entspannungs-Plan voll auf.
Die Chancen stehen gut – morgen sind nämlich nur 45 km geplant – easy 😃











