19.08.2025, Tag 10, 22,4 km Gesamt: 236,5 km
Nach dem wunderschönen Sonnenuntergang wurde es schnell kühl. Auf 10°C ist es diese Nacht runtergegangen. Mit Daunenjacke ging es einigermaßen, aber viel kälter sollte es nicht werden, mein Quilt hält wirklich nichts mehr aus.
Ich bleibe aufgrund der Kälte morgens noch etwas länger liegen und kuschle mich ein, während ich beobachte, wie es hell wird.
Dann packe ich zusammen und bewältige die letzten Meter bis nach Planneralm, wo ich an einem Brunnen mit Wasserhahn meine Flaschen auffüllen kann.

Erst 07:15 Uhr starte ich auf die neue Etappe. Das hat den großen Vorteil, dass schon zwei Frauen vor mir sind und die ganzen Spinnweben wegfangen.
Es geht steil durch ein Wald- und Wiesengebiet und dann durch eine hochgelegene Ebene immer zwischen Kiefern hindurch.
Der Weg windet sich langsam die Bergflanken hinauf und plötzlich ergibt sich ein Blick auf den bis dahin unsichtbaren Kothüttensee.

Hinter der nächsten Kurve ist er auch schon wieder aus dem Blickfeld verschwunden.
Noch ein paar Höhenmeter die Wiese hinauf und ich stehe auf dem ersten Sattel des Tages.

Von hier geht es auf einem wundervollen Kammweg in Richtung Karlspitze.
Ich mache zwischendurch auf einem Felsen Halt und trockne das Zelt, welches durch den Kondens auf der Wiese komplett nass war heute Morgen. Außerdem verspeise ich das zweite Käsebrötchen, welches ich mir gestern in der Unterkunft mitgenommen hatte.
Dann geht es weiter und um zehn Uhr erreiche ich die Karlspitze.


Ich genieße den herrlichen Rundumblick, bevor es auf den steilen Abstieg geht.
Der Weg drückt sich am Berghang zwischen Blaubeersträuchern entlang. Allerdings ist er so schmal und dicht am Abgrund, dass es gar nicht so einfach ist, den Halt nicht zu verlieren.
Ich rutsche ein paar Mal weg und knicke um, komme irgendwann aber doch in ebeneres Gelände und folge dem Weg ins Tal.

Donnersbachwald ist noch relativ weit weg und der Weg nach unten zieht sich durch Wald und auf Forststraßen entlang.
Selbst als ich endlich die Landstraße erreiche, muss ich auf dieser nochmal mehr als einen Kilometer tippeln, bevor ich endlich in Donnersbachwald eintreffe.
Mein Wasser ist so gut wie alle, ich fülle aber nur einen Liter auf, da es jetzt wieder steil bergan geht. Allerdings nur für eine Stunde bis zur Mörsbachhütte. Dort möchte ich etwas Essen und kann dann auch nochmal Wasser auffüllen. Neben dem etwas besseren Wassermanagement ist mein Rucksack mittlerweile auch allgemein etwas leichter geworden, da nicht mehr so viel Essen und andere Verbrauchsdinge drin sind. Damit bleibe ich auch mit Wasser unter zehn Kilogramm und er ist besser händelbar als in der ersten Woche.
Also geht es wieder hoch, immerhin auf einer Schotterstraße aber in der prallen Mittagssonne.
14:30 Uhr treffe ich ein und bin ganz gespannt auf die Angebote. Allerdings ist es gar nicht so überwältigend, viel Fleisch, nichts Frisches.

Ich entscheide mich für Grammelknödel mit Sauerkraut. Die Grammel, mit welchen die Klöße gefüllt sind, scheinen Schwartenwürfel oder Ähnliches zu sein.

Schmeckt gut, aber einen Salat hätte ich auch genommen.
Später entdecke ich, dass es auch Fisch aus dem hauseigenen Teich gegeben hätte. Aber auf die Grätenschlacht hätte ich sowieso keine Lust gehabt, also besser so.
Nach einer Stunde Pause mache ich mich auf den letzten Teil für heute.
Einen Sattel will ich noch erklimmen, da es ab morgen bewölkt und regnerisch wird und ich dann heute wenigstens noch eine schöne Aussicht genießen kann.
Also wieder steil hinauf, zunächst die Mörsbachalm entlang und dann wieder quer den Berg hinauf auf einer Almwiese, die ebenfalls mit Blaubeeren gespickt ist. Ich hatte heute aber schon so viele und bin vom Essen noch total satt, so dass ich jetzt nicht mehr zugreife.

Das letzte Stück bis zum Sattel führt unverständlicherweise nicht einfach mittig die Wiese hinauf, sondern wir müssen uns am Hang durch die Büsche schlagen – wer sich das ausgedacht hat…
17:00 Uhr erreiche ich die Gstemmerscharte aber doch noch und kann mit der tiefstehenden Sonne in das Mößnatal schauen.

Dort hinunter will ich noch ein kleines Stück gehen – nur bis zu den ersten Bäumen, in der Hoffnung dort ein schönes Plätzchen für mein Zelt zu finden.
Auch dieser Abstieg ist sehr steil und rutschig und ich bin sehr froh, dass ich das nicht bei Regen machen muss.
Gerade so ohne mir die Haxen zu brechen komme ich an den Mößnakarbach und treffe auf die ersten Bäume.
Direkt neben einem Baum ist leider kein passender Platz für mein Zelt, so stelle ich es doch wieder mitten auf die Wiese und muss wieder mit Kondens rechnen.
Nachdem ich mich endlich ins Zelt verkrieche und auf der Isomatte ausbreiten will, stelle ich fest, dass ich komplett schief stehe und wegrutsche.
Ich hatte zwar eine Liegeprobe gemacht, aber dann während des Aufbaus die angrenzenden Pflanzen so platt getreten, dass ich doch wieder schief lag.
Es half nichts – alles wieder raus aus dem Zelt und nochmal von vorne…
Beim zweiten Versuch ging’s dann aber besser und ich liege einigermaßen gerade auf der Matte.



















Liebe Katrin, dass war ja heute ein ziemlich gefährlicher Fussmarsch, was die Trittsicherheit betrifft. Bloss gut, dass es ohne Verstauchung u.ä. abgegangen ist. Sei bloss vorsichtig. Die Bilder sehen immer so schön aus, dass man die Tücken mancher Abschnitte nicht registriert.
Habe morgen wieder einen wunderschönen und trockenen Wandertag. Sei lieb gegrüsst von Mama und Papa
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