28.06.2020, Tag 1
Es geht endlich wieder los. Knapp drei Jahre nach meiner letzten Weitwanderung auf dem Bibbulmun Track in Australien habe ich mir wieder etwas mehr Freizeit gegönnt und meinen Rucksack gepackt. Sechs Wochen Urlaub geben mir die Möglichkeit, die komplette Wandertrilogie Allgäu zu laufen, welche 876 km lang ist und damit genau ins Zeitfenster passt.
Ursprünglich hatte ich andere Pläne, aber die wurden – wie wohl bei jedem in diesem Jahr – durch die Corona-Pandemie über den Haufen geworfen. Wobei hier hoffentlich gilt – aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Die Vorbereitungen für die Wanderung haben mich in den letzten Wochen gut beschäftigt und da ich bis Freitag noch arbeiten musste, konnte ich meinen ambitionierten Plan, gleich am Samstag loszufahren, schon mal nicht umsetzen. Auf der To-Do-Liste standen noch zu viele unerledigte Punkte, als dass ich diese realistisch hätte abarbeiten können. Also bin ich erst heute, am Sonntag losgefahren.
Die Anreise wäre auch planmäßig verlaufen, wenn ich nicht versucht hätte, besonders schlau zu sein. Am Südkreuz kam fünf Minuten vor meinem ICE nach München ein anderer ICE, der ebenfalls über Augsburg nach München fuhr und ich dachte mir – nehme ich doch einfach den – was soll schon schief gehen?
Wir fuhren natürlich schon, als ich in der App den Fahrplan checken konnte und feststellte, dass das der Bummelzug ist, der über Paris Rom Erkner fährt und mehr als drei Stunden später in Augsburg ankommt, als der andere ICE! Das war ja mal wieder eine Glanzleistung von mir…
Nach wildem Tippen in der App stellte ich fest, dass ich in Erfurt noch umsteigen kann. Der andere ICE würde zwar kurz vorher ankommen, aber auf uns warten. Bis zwei Minuten vorm Bahnhof waren wir auch noch pünktlich, dann gab’s eine Signalstörung und wir standen fünf Minuten auf der Strecke. Ich nutzte die Zeit, um mich über mich selbst zu ärgern, war es doch meine eigene Dummheit, die mich überhaupt in die Situation gebracht hat, dass ich jetzt bangen musste, den Anschluss noch zu bekommen! Am Ende hat der ICE aber auf uns gewartet und ich saß endlich in dem richtigen Zug, in welchem ich seit dem Südkreuz hätte sitzen sollen.
Ab Augsburg geht es mit dem Regionalzug weiter und ich fahre an Kaufbeuren vorbei – das Ziel der ersten Etappe. Ich laufe also quasi zurück und sollte morgen wieder hier eintreffen.
Doch bevor es richtig losgehen kann, muss ich natürlich erstmal was Essen 🙂 Ich kehre in einem urigen Gasthaus ein (sitze natürlich im Biergarten) und lasse mir Käsespätzl schmecken. Das ist genau die große Portion Kohlenhydrate, die ich jetzt gebrauchen kann.

Na dann mal los!